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Alessandro Safina
Es gibt eine Handvoll Menschen, die werden von der Muse nicht nur scheu
geküsst, sondern richtiggehend wild von ihr abgeknutscht. Es sind
Menschen, die das beinahe unverschämte Glück haben, Talente en masse auf
ihren Lebensweg mitzubekommen, Charisma zu besitzen und noch dazu
bestens anzusehen sind. Einer dieser Menschen ist Alessandro Safina. Wer
den am 14.10.1963 Sternzeichen: Waage in Siena geborenen Italiener das
erste Mal singen hört, der weiß, wovon an dieser Stelle die Rede ist.
Alessandro Safina verfügt über ein Stimmvolumen, wie es nur wenige der
lebenden Tenöre vorzuweisen haben. Doch bei aller Präzision im vokalen
Ausdruck legt der beneidenswert attraktive Mann, den bevorzugt weibliche
Anhänger als eine unschlagbare Mischung aus George Clooney und Richard
Gere anschmachten, auch noch jede Menge Leidenschaft in seine stimmliche
Darbietung. Ein echter "italiano" eben. Und: Er ist ein Mensch, dem man
seine immensen Talente problemlos gönnt, weil er einfach unwiderstehlich
sympathisch ist.
Dass über Alessandro Safina und seine Gabe zumindest in Deutschland noch
nicht allzu viel bekannt geworden ist, hat verschiedene Gründe. Der
wohlproportionierte Hüne tat sich bislang vor allem als Haupt-Solist in
Opern hervor, etwa in Puccinis "La Bohéme" oder Tschaikovskys "Eugene
Onegin". Darüber hinaus lieferte er einen musikalischen Beitrag für
Regisseur Baz Luhrmans Hollywood-Kassenschlager "Moulin Rouge", übrigens
im Duett mit Elton John und Darsteller Ewan McGregor. Und als
Musical-Interpret in "Das Phantom der Oper" machte er gleichfalls eine
blendende Figur. Er trat in den unterschiedlichsten Teilen der Welt auf,
doch bislang nicht in Deutschland. Keine Frage, dass eine schillernde
Persönlichkeit und Ausnahmeerscheinung wie Alessandro Safina seinen
Genius irgendwann auch auf Tonträger dokumentiert haben wollte. So
geschehen anno 2000, als sein Debütalbum "Insieme A Te" veröffentlicht
wurde. Safina selbst bezeichnet den musikalischen Stil darauf als
"Opern-Rock, geprägt von Klassik wie von Soul und von Musical". "Insieme
A Te" verkaufte sich weltweit rund eine Million Mal, wurde in 38 Ländern
auf den Markt gebracht.
Jetzt allerdings ist Schluss mit dem Alessandro Safina -Embargo in
heimischen Breitengraden. Denn jetzt erscheint "Musica Di Te", das
zweite Meisterstück des Sangesvirtuosen aus der Toskana. Und dieses Mal
führt der Weg ganz klar auch an Deutschland nicht vorbei. Rund ein Jahr
hat der Star -Tenor an "Musica Di Te" gewerkelt, gleich vier
Top-Produzenten in ebenso vielen Studios waren dafür am Werk: Phil
Palmer, Chris Cameron, Geoff Westley und Corrado Rustici waren in Capri,
London, Mailand sowie einem kleinen Kaff in der Toskana zu Gange.
Auch die Liste der musikalischen Gäste ist mehr als bemerkenswert:
Carlos Santana, Walter Afanasieff, Stefano D’Orazio von der
italienischen Kult-Formation I Pooh und viele, viele andere - nicht
vergessen werden darf das London Chamber Orchestra, dirigiert von Geoff
Westley.
Gelohnt hat sich der immense Aufwand für "Musica Di Te" in jedem Fall,
das beeindruckende akustische Ergebnis spricht für sich. Alessandro
Safina selbst beurteilt seine aktuelle Scheibe als eine "CD mit anderem
Anspruch als ihr Vorgänger", wie er meint. "Dieses Mal haben wir weniger
Wert auf Black Music-Einflüsse gelegt, statt Rhythmus haben es uns jetzt
Melodie und Harmonie angetan. `Musica Di Te´ klingt romantischer und
klassischer als `Insieme A Te´, das war eine ganz bewusste
Entscheidung." Wobei gerade Gast-Star Carlos Santana bei dem von ihm
komponiertem und auf der Gitarre begleitetem Beitrag "Como Sol Y Luna"
sich nicht viel um Safinas Vorgabe scherte und munter einen bestechenden
Groove in den Song integrierte. "Einem Großmeister wie Carlos", gibt
Alessandro lachend zu, "macht man selbstverständlich keine Vorgaben. Man
freut sich einfach nur darüber, dass er einem zur Hand geht." Ansonsten
allerdings, meint Safina, "steht die Melodramatik und Romantik bei den
14 Liedern der neuen Platte absolut im Vordergrund. Schließlich sind es
jene Emotionen, für die meine Stimme am besten geeignet ist." Und das,
obwohl sich der Ehemann und Vater eines kleinen Sohnes im alltäglichen
Leben überhaupt nicht als großer Romantiker outet: "Fragt meine Frau",
lacht er, "die jammert häufig darüber, dass ich nicht romantisch genug
bin." Vermutlich hatte Alessandro Safina in seinem bisherigen Leben
nicht genügend Zeit, dass er sich um die Romantik kümmern konnte, dafür
war seine Karriere zu anstrengend und zu steil.
Bereits im zarten Alter von zwölf Jahren beendete er die reguläre
Schule, um fortan eine Musikhochschule zu besuchen. Ab dem 17.
Lebensjahr studierte Alessandro klassischen Gesang an der renommierten "Accademia
Di Musica" in Florenz, schon während des Studiums absolvierte er einige
grandiose Auftritte. Doch der Durchbruch gelang ihm 1990, als er eine
der Hauptrollen in der Oper "La Bohéme" von Puccini bekam. Fortan war
Alessandro Safina vom opern-interessierten Publikum - zumindest in
Italien - nicht mehr aus der Öffentlichkeit wegzudenken. Doch Alessandro
forderte mehr von seiner Karriere: Zum einen wollte er auch über
Italiens Grenzen hinaus ein Begriff werden, zum anderen wollte er als
Fan von Bands wie U2, Depeche Mode oder The Clash nicht ausschließlich
der Klassik verbunden bleiben. Resultat dieser Überlegungen: Das Album "Insieme
A Te", das Top-Positionen in den regulären wie in den Airplay-Charts -
beinahe - weltweit enterte. Mit dieser Platte wurde Safina nicht nur
weit über Italiens Grenzen hinaus bekannt, sondern auch weit über die
engen Klassik-Grenzen. Was folgte, war ein legendäres Konzert am
19.9.2001 im berühmten Amphitheater im sizilianischen Taomina, das
mehrere Millionen Menschen auf diesem Planeten via Fernsehen mit
verfolgen konnten, war die schon erwähnte beeindruckende Neuauflage des
Elton John-Klassikers "Your Song" sowie eine Neuauflage dieses Liedes im
vergangenen Jahr nur mit Elton John, deren Erträge komplett in das
Wohltätigkeitsprojekt "Sport Relieve" flossen und dabei die Top Five der
britischen Charts enterte.
Jetzt also "Musica Di Te", Alessandro Safinas neues Meisterstück, das
erstmals weltweit veröffentlicht werden wird. "Es war jede Menge Arbeit,
diese CD fertig zu bekommen", meint Alessandro bescheiden darüber. "Doch
immerhin, ich höre sie bis heute gerne und das will etwas bedeuten bei
einem Perfektionisten wie mir. Jetzt ist es an der Zeit, diese Platte an
die Welt zu geben, in der Hoffnung, dass sie von ihr angenommen wird.
Und wenn nicht? Wenn nicht, dann singe ich weiter in der Oper und auf
Musical-Bühnen. Hauptsache, man lässt mich Musik machen." Keine Angst,
Alessandro - "Musica Di Te" ist so gut, dass du lange keine Zeit mehr
haben wirst, Opern- und Musical-Fans zu beglücken...
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