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GUS BLACK
Today Is Not The Day To F#@k With Gus Black
VÖ: 20.3.2008
Der
Kalifornier zählt ohne Frage zur Crème de la crème seiner Zunft. Auch in
Deutschland bekommt der Sänger, der 2006 von I-Tunes neben Damien Rice,
Rufus Wainwright und Jack Johnson zu den zehn besten Singer/Songwritern
weltweit gewählt wurde, regelmäßig hervorragende Kritiken. Sein
„feinfühliger alternativer Folk-Pop mit Tiefgang“(Audio) erfreut sich
nach diversen Tourneen sowie Konzerten beim „SWR3 New Pop Festival“ und
im WDR-Rockpalast großer Beliebtheit. Diesmal ist ihm fraglos etwas
wirklich Großes gelungen: Zutiefst berührende Singer/Songwriterkunst für
die Ewigkeit, in Gestalt von Liedern, die ganze Geschichten erzählen und
dabei verstörende Kinobilder in schwarz/weiß im Kopf des Hörers
heraufbeschwören. Songs von fast schmerzhafter Intimität. Tatsächlich
lässt er in seinen subtil instrumentierten und mit wunderschönen
Vokalarrangements verzierten Kompositionen keinerlei Distanz zwischen
Künstler und Zuhörer zu.
Von der zärtlichen Berührung des Titelstücks, das bis auf ein leises
Keyboard im Hintergrund allein auf den betörenden Klang der
Akustikgitarre vertraut, bis zur verhalten euphorischen
Mitternachts-Serenade „One For The Arrow“ entfaltet sich eine
Songsammlung von der strahlenden Schönheit und Zerbrechlichkeit eines
Einhorns in einer edlen Glasmenagerie. Selten hat man ein derart
spinnwebfein klingendes Album gehört. Aber auch wenn vieles ungewohnt
erscheint– ist das Konzept nicht völlig neu.
Bereits vor über zehn Jahren, bei der Aufnahme einer Coverversion des
unvergessenen Hits von Blue Öyster Cult, „Don’t Fear The Reaper“, für
den Soundtrack des Horrorfilms „Scream“, setzte Gus Black auf einen
kunstvoll reduzierten Akustiksound mit feenhaften Frauenstimmen. „Genau
diesen Sound“, betont der Sänger, „wollte ich endlich einmal auf einem
kompletten Album ausprobieren.“ Nur eben nicht sofort. Zunächst
arbeitete er mit seiner Band an einem eher konventionellen Album
zwischen klassischer Songschmiedekunst und raureifem Rock. „Eigentlich
war die Produktion des Albums so gut wie abgeschlossen, aber noch
während der Studioaufnahmen hatte ich bereits neue, sehr viel ehrlicher
und intimer klingende Songs geschrieben, die ich inspirierender fand als
die Stücke des Albums. Und plötzlich war alles ganz klar. Die Zeit war
reif für einen Umbruch. Von diesem Moment an steckte ich alle Energie
nur noch in die neuen Songs.“
Für die Aufnahmen im Olinda Sound Factory Studio in Los Angeles suchte
er sich geeignete Mitstreiter.„Ich wollte unbedingt mit neuen Musikern
arbeiten“, führt Gus Black aus, „schon deshalb, weil die Songs so völlig
anders klangen. Da meine Band zu diesem Zeitpunkt eh nicht zur Verfügung
stand, fiel mir die Entscheidung für neue Leute natürlich auch viel
leichter. Bei den Konzerten im Frühjahr ist die Band in jedem Fall dann
aber wieder mit dabei.“
Zu seinem erstklassigen Studioensemble gehörten die Mitglieder von Eels,
Lady Midnight (Singende Säge), Chaste Johnson (b) und Derek Brown (dr),
der Tourkeyboarder der Turin Brakes, Dave Palmer, der viel beschäftigte
Schlagzeuger Jay Bellerose (Beck, Aimee Mann, Suzanne Vega), die
renommierte Bassistin Jennifer Kondos (Stevie Nicks, Jackson Browne,
Ryan Adams) und die unglaublich vielseitige Violinistin Daphne Chen,
Mitglied des Section Quartets, der Latin-Rockband Quetzal und der
World-Music-Formation Tango Nuevo. Zudem vertraute Gus Black dem Talent
der Sängerinnen und Songschreiberinnen HT Heartache und Constance Baker,
die ihn nicht nur stimmlich unterstützten, sondern auch eigene Songs
beisteuerten. Von letzterer stammt der bittersüße Liebesschwur „I’ve
Been Trying To Pretend You Don’t Exist“. Mit der erstgenannten schrieb
er die warmherzige Elegie „Variations On A Theme Called Honesty“.
In der Tat ist der Einfluss der Sängerinnen auf den Klang der Songs gar
nicht hoch genug einzuschätzen. Hört man die zarten Akustikpretiosen „Silent
Films“ und „Hurrah Hurrah Hurrah, Hurray Hurray“ mit ihren behutsam
gesetzten Gitarrentupfern, das mit leichtem GUS BLACK spanischen
Einschlag dekorierte „Love Is A Stranger“ oder das von Streichern
umschmeichelte „Blood And Belonging“ fühlt man sich höchst angenehm an
Leonard Cohen erinnert.
Das schöne ist, Gus Black reizt keine Idee, keine neue Technik endlos
aus. Er setzt zwischen der melancholischen Lagerfeuerstimmung des mit
viel Hall auf Stimme und Gitarre inszenierten „I’m Fucked“ und dem
unwiderstehlich melodischen Folkpop der ersten Single „Little Prince
Town“ auf reichlich Abwechslung. Dabei verliert er jedoch nie den
Gesamtsound aus den Augen. Einzig einige schroffe, beinahe rockige
Passagen im
dunkel, samtenen „Out On The Amsterdam“ stören kurzzeitig die durchweg
sanfte Atmosphäre des Albums.
Titel und Cover mit einem an das Plakat des Film-Noir-Klassikers „Blast
of Silence - Explosion des Schweigens“ erinnernden Fotomotiv (Gus mit
Pistole) lassen allerdings etwas ganz anderes erwarten. „Die Musik ist
so sanft, so intim, so zerbrechlich. Ich musste mit dem Albumtitel und
dem Cover einfach einen Kontrast dazu schaffen“, erklärt Gus Black
begeistert, dem das Spiel mit Widersprüchen ohne Frage sehr behagt.
Zugleich
ist der Titel aber auch eine Reaktion auf seine keineswegs geradlinig
verlaufende Karriere. „’Today Is Not The Day To Fuck With Gus Black’
heißt auch, dass ich meinen Claim abstecke, dass ich Grenzen ziehe und
darum kämpfe, Alben machen zu können,
die ehrlich sind und die so klingen wie ich sie haben will. Ich habe
schon ein paar gute Alben gemacht, gute Songs geschrieben und es reicht
mir, abgezockt zu werden.“
Kein Zweifel: Heute ist wirklich nicht der Tag, um mit Gus Black
Spielchen zu treiben. Er hat alles auf eine Karte gesetzt und endlich
gezeigt, zu welcher Intensität und großen Singer/Songwriter-Kunst er
fähig ist. Damit steht jetzt an einem Punkt in seiner Karriere, an dem
der große Durchbruch zum Greifen nahe ist. Verdient hat er ihn nach „Today
Is Not The Day To F#@ck With Gus Black“ allemal.
Noch vor Veröffentlichung des Albums ist der Sänger bei drei Konzerten
Special Guest der amerikanischen Kultband Eels: 19.2.08 Köln, Theater am
Tanzbrunnen, 20.2.08 Berlin, Volksbühne, 21.2.08 Hamburg Kampnagel. Und
auch in den folgenden Monaten werden die deutschen Fans ausreichend
Gelegenheit haben, Gus Black live zu sehen, kommt er doch schon im
Frühjahr 2008 mit seiner Band auf ausgedehnte Tournee.
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