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The Rat Pack - Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr.
Irgendwann gingen auch in den USA die bleiernen fünfziger Jahre zu Ende, und es
begann das Zeitalter des Cool. Der Zeitpunkt und der Ort des Aufbruchs lassen
sich ziemlich exakt bestimmen: Es war im Januar 1960, als Frank Sinatra im
Sands-Hotel in Las Vegas erstmals “Let’s Start The Action!” rief und mit Dean
Martin, Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop einen Auftritt hinlegte,
der dem Begriff “Nachtleben” mit einem Mal ganz neue Bedeutung gab. Es war so,
als swingte die gesamte freie Welt plötzlich im Rhythmus der klackernden
Eiswürfel im Whiskyglas. Und es war das Debüt des Rat Pack, jener
berühmt-berüchtigten Männer also, die dem Smoking eigentlich erst seine
Existenzberechtigung gaben. Die beiden Capitol-Alben “Eee-O 11 - The Best Of The
Rat Pack” und “Frank Sinatra, Dean Martin & Sammy Davis Jr.: The Rat Pack Live
At The Sands” erinnern nun an den legendärsten Nightclub-Act aller Zeiten.
Sinatra, Martin und Davis jr. hatten sich allesamt schon als veritable
Entertainer profiliert, als sie Anfang der sechziger Jahre regelmäßig auf
Hotelbühnen in Las Vegas zusammenkamen. “Eee-O 11 - The Best Of The Rat Pack”
enthält 18 der schönsten Titel aus dieser Ära, mit denen sich jeder einzelne von
ihnen als Legende im Geschichtsbuch des Entertainments verewigt hat. Sinatras
“I’m Gonna Live Till I Die” und “The Lady Is A Tramp” sind hier ebenso zu finden
wie Martins “Volare” und “You’re Nobody ‘Til Somebody Loves You” sowie Davis jrs.
“Too Close For Comfort” und “A Lot Of Livin’ To Do”. Und natürlich darf auch das
legendäre Duett “Me And My Shadow” von Sinatra und Davis jr. nicht fehlen, das
Robbie Williams gerade auf “Swing When You’re Winning”, seiner zum Bestseller
avancierenden Hommage an das Rat Pack, kongenial reinterpretiert hat.
Die zweite CD “Frank Sinatra, Dean Martin & Sammy Davis Jr.: The Rat Pack Live
At The Sands” lässt den Mythos dann buchstäblich lebendig werden. Die bislang
unveröffentlichte Aufnahme katapultiert den Hörer nahezu vier Jahrzehnte zurück
ins Zeitalter des Cool — hinein in den 7. September 1963, um genau zu sein, in
den legendären Copa Room des Sands-Hotels. Von Deans eröffnendem Medley “Drink
To Me Only With Thine Eyes/I Don’t Care If The Sun Don’t Shine/ I Love Las
Vegas” bis hin zum ausklingenden, gemeinsam dargebotenen “The Oldest Established
(Permanent Floating Crap Game In New York)” hat das Triumvirat das Publikum in
jeder Sekunde voll im Griff. Ob inspirierte Medleys, sprudelnde Bonmots oder mit
40 Volumenprozent souverän vorangetriebene Dialoge, dem Publikum ist die
Begeisterung permanent und deutlich hörbar anzumerken. Zu den musikalischen
Höhepunkten zählen Deans Interpretationen von “June In January” und “Volare”,
Franks “I Only Have Eyes For You”, “Call Me Irresponsible”, “My Heart Stood
Still”, “Please Be Kind”, “I Have Dreamed” und “Luck Be A Lady” sowie Sammys
Version von “The Lady Is A Tramp”.
Besonders Sinatra und Martin waren bekannt für ihre stundenlangen
Gaderobenrituale vor jedem Auftritt. Entsprechend kommen auch “Eee-O 11 - The
Best Of The Rat Pack” und “The Rat Pack Live At The Sands” in tadellosem Outfit
daher. Das Booklet von “Eee-O 11” enthält einen Rat Pack-typischen Dialog, der
vom renommierten Sinatra-Biografen Bill Zehme zusammengestellt wurde. Und für
das Live-Album hat derselbe Autor einen Text verfasst, der die Atmosphäre jener
Tage besonders dicht und authentisch wiedergibt. Beide Booklets werden durch
seltene Fotos und ein sorgfältiges Artwork komplettiert.
“Es gibt keinen besseren Sinatra als einen Sinatra im Smoking”, hieß es in den
Linernotes zu seinem 1974er Album “The Main Event”, und Dean Martin pflegte
regelmäßig zu sagen: “In einem Smoking bin ich ein Star. Im Straßenanzug bin ich
ein Niemand.” Wie ernst es das Rat Pack damit meinte, kann man auf “Eee-O 11 -
The Best Of The Rat Pack” und “Frank Sinatra, Dean Martin & Sammy Davis Jr.: The
Rat Pack Live At The Sands” hervorragend hören: Da erklingt Musik, die sich
definitiv in Schale geworfen hat.Vielleicht waren Frank Sinatra, Dean Martin und
Sammy Davis Jr auch deshalb so gut, weil es nie nur Show, sondern so etwas wie
Hochmut vom Maßschneider war: Dean Martin ließ sich sogar im Smoking beerdigen.
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