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THE ZOMBIES sind eine britische Poplegende der ganz
besonderen Art. Nicht selten sind sie als eine der unterbewertesten
Bands aller Zeiten bezeichnet worden. Wenn in diesen Tagen Colin
Blunstone und Rod Argent, die beiden Gründungsmitglieder der
Sixties-Formation, ein neues Album unter dem Bandnamen THE ZOMBIES
veröffentlichen, hat das eine ganz besondere Bewandtnis. As Far As I Can
See….. ist das erste Werk, das bewusst unter jenem Namen erscheint, der
auf ewig mit zwei absoluten Evergreens verbunden ist: She’s Not There
und Time Of The Season. Jetzt sind die ZOMBIES tatsächlich wieder da -
die Zeit scheint reif für einen zweiten Frühling. "Bei allen neuen Songs
hatte ich immer Colins Stimme im Hinterkopf – ganz wie in den
Sechzigern", schreibt Rod Argent in den Linernotes zum neuen Album. Und
auch die Band, mit der Argent und Blunstone seit nunmehr zwei Jahren
zusammenarbeiten, trug zu einem neu aufkeimenden Bandspirit bei.
Entscheidend waren jedoch die Albumaufnahmen, die ebenso unerwartet wie
unbewusst starke Erinnerungen an die besten Zeiten mit den Zombies
wachriefen. "Zum ersten Mal in all den Jahren schien es ehrlich und
richtig, den Namen ZOMBIES auf einem Album einzubeziehen, eine Art
dieses Erbe anzuerkennen", so Rod Argent. Die Karriere der ZOMBIES in
den Sechzigern war kurz und prägnant, umso verblüffender nimmt sich die
nachhaltige pophistorische Relevanz ihrer Musik aus. Die fünf jungen
Musiker Rod Argent, Colin Blunstone, Chris White, Paul Atkinson und Hugh
Grundy, die sich in den frühen Sechzigern zu den Zombies formierten,
stammten aus St. Albans in der Nähe von London. Allesamt waren
Musterschüler, was ihnen damals den Ruf als intelligenteste Band
Englands einbrachte. Nach dem Sieg eines lokalen Bandwettbewerbs, der es
ihnen ermöglichte, ein professionelles Demo aufzunehmen - mit einer
Option, es bei einem Major Label aufzunehmen - bekamen die ZOMBIES bei
Decca einen Vertrag. Gleich ihre erste Singleveröffentlichung wurde ein
großer Wurf. She’s Not There war eine absolute Delikatesse der Beat-Ära
und avancierte in den USA mit Platz zwei zu ihrem größten Hit. Doch
trotz des beachtlichen Erfolgs ihres Debütalbums Begin Here und eines
weiteren Top-Hits im Jahr 1965 mit Tell Her No kam die Karriere nicht so
recht in Schwung. Zwar zeugten die weiteren Singles von kreativer
Spielfreude und Pioniergeist, sie blieben aber kommerziell auf der
Strecke. Als die Band 1967 mit einem neuen Vertrag in der Tasche ins
Studio ging, um ihr Album Odessey And Oracle aufzunehmen, war das Ende
der ZOMBIES bereits besiegelt. Als der letzte Take der Studioaufnahmen
abgeschlossen war, hatte sich die Band quasi schon aufgelöst. Dabei war
ihnen ein wunderbar arrangiertes und zauberhaft melodiöses Meisterwerk
des Psychedelic Pop gelungen, das sich durchaus mit den besten Arbeiten
der BEATLES und der BEACH BOYS messen lassen konnte. Nur merkte es
zunächst keiner. Erst als das Album 1969 in den USA erschien und die
dort ausgekoppelte Single Time Of The Season zum millionenschweren
US-Top-Hit avancierte und in der Folge auch die internationalen Charts
eroberte, waren die ZOMBIES rehabilitiert. Odessey And Oracle gilt nach
wie vor als eines der wichtigsten Alben der Beat-Ära. So wurde es 1995
in einem Poll des englischen Rockmagazins Mojo zu den 100 besten Alben
aller Zeiten gezählt und Ende letzten Jahres belegte es im Rolling Stone
in deren Sonderausgabe der 500 besten Alben aller Zeiten Platz 80. Der
Einfluss der Zombies reichte in den Sechzigern bis zu den KINKS und den
DOORS und ist auch in der zeitgenössischen Musikszene spürbar. BADLY
DRAWN BOY, PAUL WELLER, FRANZ FERDINAND und SUPER FURRY ANIMALS, deren
Leadsänger Gruff Rhys stets ein Exemplar von Odessey And Oracle mit sich
führt, nennen sie als Inspirationsquelle. BECK und BELLE & SEBASTIAN
haben ihre Songs gecovert und die Hits der ZOMBIES tauchten auf diversen
Soundtracks auf, unter anderem bei Austin Powers und den Simpsons. Nach
dem Split der ZOMBIES hatte der Pianist, Keyboarder und Komponist Rod
Argent gleich eine neue Band gegründet: ARGENT. Mit dieser Band, der
unter anderem auch der Gitarrist Russ Ballard angehörte, avancierte er
bis Mitte der Siebziger zu einem erfolgreichen Protagonisten des
Progressive Rock. Zu den bekanntesten Hits von ARGENT, die bis 1975
immerhin acht Alben veröffentlichten, zählen Hold Your Head Up aus dem
Jahr 1972, der es bis in die US-Top-5 schaffte, sowie God Gave
Rock’n’Roll To You aus dem Jahr 1973, der später für KISS noch einmal
ein millionenschwerer Bestseller war. Auch in den Achtzigern und
Neunzigern blieb Rod Argent als Musiker und Produzent aktiv. Er
arbeitete mit der Jazzsaxophonistin BARBARA THOMPSON zusammen und
produzierte Alben von TANITA TIKARAM, NANCI GRIFFITH und JOSHUA KADISON.
Auch seine Zusammenarbeit mit dem Sänger Colin Blunstone, der zu Beginn
der Siebziger seine Solokarriere aufgenommen hatte, trug
zwischenzeitlich immer wieder Früchte, beschränkte sich zunächst jedoch
auf Songs von Rod Argent, die Colin Blunstone für seine Soloalben
aufnahm. Zu den größten Erfolgen von Blunstone, der in den Siebzigern
auch als Gastsänger auf Alben des ALAN PARSONS PROJECT, sowie von MIKE
BATT und STEVE HACKETT mitwirkte, zählten What Becomes Of The
Broken-Hearted und der 1982 veröffentlichte Hit I Don’t Believe In
Miracles, der nun auch auf As Far As I Can See..... in einer
beeindruckenden Neuauflage zu hören ist. Rod Argent und Colin Blunstone
haben vor etwas mehr als zwei Jahren begonnen, ihre Musikerkarriere
gemeinsam fortzusetzen. Spätestens nach dem 2002 erschienenen Album Out
Of The Shadows, dem ersten gemeinsamen Projekt von Argent und Blunstone,
wurde deutlich, dass die alte Chemie zwischen den beiden Musikern noch
immer ausgezeichnet funktioniert. Colin Blunstones ätherische Stimme übt
nach wie vor eine ungemeine Faszination aus und Rod Argents
Kompositionen sind wie eh und je geprägt von traumhaften Pianopassagen.
As Far As I Can See.....
nahmen die beiden Zombies gemeinsam mit ihrer Begleitband auf, die nach
einigen Tourneen zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden ist.
Außerdem wurden sie bei einigen Aufnahmen von einem 21-köpfigen
Streichorchester unterstützt. Neben den wunderbaren Gesangsarrangements
federleicht barocker Songs wie Memphis und Together, die eine wunderbare
Wärme verbreiten, zeigen die Zombies mit Titeln wie In My Mind A Miracle
und Time To Move, dass sie den Geist der Beat-Ära für unsere Zeit
konserviert haben, ohne in pure Nostalgie zu verfallen. Während
allerorten das Sixties-Revival beschworen wird, brillieren die Zombies
mit dem entscheidenden Vorsprung der Authentizität. It’s time for a new
season with THE ZOMBIES!
© 2004 Redhouse Records,UK, März 2004.
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